Bulimia Nervosa

Die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa, "Bulimie" ist eine psychosomatische Störung des Essverhaltens, unter der vor allem Mädchen und jungen Frauen leiden. Die Bezeichnung Bulimia verweist mit ihrer eigentlichen Bedeutung "Ochsenhunger" (griechisch: bous = Ochse, limos = Hunger) auf das Hauptkennzeichen der Störung, die wiederholt auftretenden, nicht kontrollierbaren Heißhunger-Attacken (Binge Eating Disorder).

Meist sind diese Essattacken von Schuldgefühlen gefolgt, was die Betroffenen dazu bringt, sie auf verschiedene Weise zu kompensieren. Am häufigsten kommt es vor, dass Erkrankte selbstständig ein Erbrechen auslösen. Andere Arten, um die Essattacken zu kompensieren, können der Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzien), entwässernden Medikamenten (Diuretika), Einläufen, Fasten sowie exzessiver Sport sein. Der Hauptunterschied zwischen der Bulimie und Magersucht ist das Gewicht: Betroffene mit Ess-Brech-Sucht sind meist idealgewichtig, leicht unter- oder übergewichtig.

Essstörungen haben in den letzten 20 Jahren insgesamt zugenommen. Da die Betroffenen ihre Erkrankung verheimlichen, ist die Dunkelziffer entsprechend hoch. Die Häufigkeit wird auf 2,5 bis vier Prozent in der Gruppe der 18- bis 35-jährigen Frauen geschätzt. Bulimie kommt überwiegend in den Industrienationen vor, in denen es Essen im Überfluss gibt. Ca. 90 Prozent der Betroffenen sind Mädchen und Frauen, doch auch junge Männer erkranken zunehmend.

Ursachen für die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

Die Ess-Brech-Sucht ist eine psychische Erkrankung, die ganz individuelle Ursachen haben kann. Sie zählt zu den so genannten multifaktoriellen Erkrankungen, da meist eine Kombination psychologischer, biologischer, familiärer, genetischer, sozialer und umgebungsbedingter Faktoren zugrunde liegt. Dennoch gibt es verschiedenen Faktoren, die das Entstehen einer Ess-Brech-Sucht begünstigen können:

  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
    Viele Mädchen und junge Frauen möchten abnehmen, oft verstärkt durch den Wunsch, dem in den Medien verbreiteten Schönheitsideal zu entsprechen. Der Wunsch abzunehmen steht dabei für den Wunsch nach mehr Attraktivität. Schlank sein wird als Sinnbild für Gesundheit und Erfolg verstanden.
  • Geringes Selbstwertgefühl
    Bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern drückt sich ein geringes Selbstwertgefühl in einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper aus.
  • Familiäre Faktoren
    Familiäre Faktoren können an der Entstehung einer Ess-Brech-Sucht beteiligt sein, wenn beispielsweise Eltern Körpergewicht und Selbstwertgefühl miteinander verbinden und dies ihren Kindern gegenüber auch so kommunizieren.
  • Häufige Diäten
    Durch häufige Diäten kann das Gefühl für Hunger und Sättigung verloren gehen. Natürliche Mechanismen verlieren ihre Bedeutung und im Fall der Ess-Brech-Sucht verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihr Hunger- und Sättigungsgefühl.
  • Essen als Ventil
    Essen kann eine Art Ersatzbefriedigung für unerfüllte Bedürfnisse sein. Eine Essattacke kann emotionale Erleichterung bringen und Angst mindernd wirken.

(C) QUELLE


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